Die Berliner Bühne – Charlottenburger Gespräch mit Dieter Hallervorden

Kurzweilig, informativ und spannend – Dieter Hallervorden sorgte für ein »ausverkauftes Haus« in der Goethe15 und für ein Charlottenburger Gespräch der besonderen Art. Vielen Dank dem Stargast und dem Publikum.

Wenn man Dieter Hallervorden zum Gespräch bittet, bleibt der Humor nicht vor der Tür (auch wenn unsere in der Goethe15 beim Öffnen leider kein »palim, palim« erklingen lässt). Foto: TP Presseagentur

Für einen Kulturpolitiker ist es wichtig, immer den Kontakt zu den Akteuren der Kulturszene zu halten. Deshalb habe ich den Intendanten des Schlosspark Theaters, Dieter Hallervorden, zum Gespräch eingeladen, um mit ihm über sein Leben, über das Theater und über die Schauspielkunst zu sprechen. Mit 25 Jahren gründete Hallervorden in West-Berlin das Kabarett Die Wühlmäuse, heute ist er darüber hinaus einem Millionenpublikum längst als sehr facettenreicher Schauspieler aus Film und Fernsehen bekannt.

»Ausverkauft!« – Die Goethe15 war voll (Foto: Dierk Spreen)

Das lange leerstehende Schlosspark Theater hat Hallervorden auf eigene Kosten renoviert, wiedereröffnet und in eine beliebte Spielstätte verwandelt. »Die Toiletteneingänge waren ja so niedrig, dass selbst ich mich, der ich ja nur 1,76 groß bin, bücken musste, um da hinein zu kommen«, resümiert er rückblickend. Inzwischen befindet sich das Theater in der zehnten Spielzeit. Trotzdem braucht das Theater Unterstützung, denn es gilt eben: »Wer von Geiz und Gewinnsucht getrieben ist, der sollte tunlichst kein Theater aufmachen«. Wichtig ist auch, dass das Schlosspark Theater eine Kulturinstitution ist, die nicht im Stadtzentrum liegt und damit sehr gut in das neue Berliner Tourismuskonzept passt, das genau auf Dezentralität setzt, und daher eine öffentliche Förderung durch das Land Berlin verdient.

Auf der Bühne ist Dieter Hallervorden aktuell nicht nur im Schlosspark Theater zu erleben, sondern auch bei den Wühlmäusen. Sie zeigen derzeit mit die »Ver(f)logene Gesellschaft« (Autor und Regie: Frank Lüdecke) klassisches politisches Kabarett: Angela Merkel ist zum Islam übergetreten, was passiert nun? Wie reagieren Welt und Gesellschaft? – Hallervorden spielt dabei einen TV-Korrespondenten und ist auf der Bühne im Fernsehen zu sehen.

Vielleicht findet diese Tasse ja im Schlosspark Theater ihren Platz? (Foto: TP Presseagentur)

Im Gespräch mit meinem Gast habe ich viel über ihn und seine sympathische Philosophie über die Bühne und Theater gelernt, und wie immer stand er auch dem Publikum Rede und Antwort. Was uns alle, meine ich, sehr beeindruckt hat, war die ehrliche und stets authentische Art. Von Hallervorden kann man etwas über den Ernst des Lebens lernen. Und eben auch, wie wichtig der Humor dabei ist. Wer es nachlesen möchte, der sei auf das Buch »Hallervorden. Ein Komiker macht Ernst« von Tim Pröse hingewiesen.

Mit der Übergabe der obligatorischen Goethe15-Tasse war der Abend natürlich nicht vorbei, denn es folgten noch das Buffet und viele Einzelgespräche, Fotos und Selfies mit dem prominenten und gut gelaunten Gast.

Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch. (Foto: Dierk Spreen)

Presse:
http://tp-presseagentur.de/da-werde-der-ball-hin-und-herschoben/

Tourismuskonzept reloaded

Manuskript meiner Plenarrede zum neuen Berliner Tourismuskonzept im Abgeordnetenhaus am 19. Oktober 2017:

Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren,

wie wir alle wissen, hat sich der Tourismus in Berlin in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten sehr gut entwickelt.
Seinerzeit hatte Berlin ca. 3,3 Millionen Gäste jährlich (1996). Im vergangenen Jahr waren es dagegen 12,7 Millionen und die Schallmauer von 30 Millionen Übernachtungen/Jahr wurde durchbrochen. Das ist eine Vervierfachung und zeigt die wirtschaftliche Bedeutung und das Wachstumspotential.
Allerdings hat diese Entwicklung nicht nur positive Folgen für die Wirtschaft, Haushalt und die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Vielmehr nehmen die Klagen aus der Bevölkerung zu – Klagen, die zu Recht Auswüchse beanstanden, die dem Lebensgefühl in Berlin Schaden zufügen.
Anwohnerinnen und Anwohner beklagen kontinuierliche Lärmbelastungen, die durch Party-Dauerstandorte im öffentlichen Raum entstehen. Das bekannteste Beispiel ist die Admiralbrücke in Kreuzberg. Aber auch die Zweckentfremdung von Wohnraum für private Ferienwohnungen muss zu solchen unerwünschten Begleiteffekten gezählt werden.
Solche Entwicklungen werden in ihrer Summe zu einem Akzeptanzverlust des Tourismus unter den Berlinerinnen und Berlinern beitragen – ein Akzeptanzverlust, der einerseits die touristische Entwicklung selbst beschädigt und andererseits zu einer Entfremdung zwischen Bürgern und ihrer Stadt führt. In Barcelona etwa ist dies bereits der Fall. (mehr …)